1980 - Goldener Violinschlüssel

Goldener Violinschlüssel
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1980

Goldener Violinschlüssel 1980  
an Paul Duppenthaler


"Damit Ihr am Eidgenössische au e Gattig mached !",  
sagte Paul Duppentaler und trat die Stelle des Dirigenten  
des Aarauer Jodelklubs an, wobei Aarau nicht sein erster  
Klub, sondern den Verzicht auf seinen letzten freien Abend  
in der Woche bedeutete.
Schon recht früh kam der 1917 in Birsfelden Geborene mit der Musik in Kontakt, durfte mit sechseinhalb Jahren  
Klavierunterricht geniessen und begleitete bereits als Neunjähriger einen öffentlichen Vortrag für Cello, Geige  
und Klavier. Bald zog es ihn zu einem verwandten Instrument: mit 15 Jahren lernte er Handharmonika spielen,  
als 16jähriger gründete er eine Handorgelschule, und ein halbes Jahr später veranstaltete er mit seinen 60 Schülern  
ein Konzert. Im gleichen Jahr finden wir ihn als Vizedirigenten im Kirchenchor Basel, in dem auch seine Mutter 50 Jahre  
lang mitgewirkt hat. Nach dem Besuch von Dirigentenkursen übernahm er schliesslich mit 18 Jahren eine Blasmusik.
«Meine Klavierlehrerin hat mir als achtjährigem die Kompositionen in Worte und Sätze zu kleiden vermocht,
sie hat mir jedes Musikstück als bildhafte Geschichte geschildert», wusste Paul Duppenthaler zu berichten.
Und daran erinnerte er sich wieder in den vierziger Jahren, als ihn der Zufall zum Jodlerklub Reinach BL führte.
«Die Aussagekraft des Jodelliedes, die überzeugende Wirkung trotz oder gerade durch die Einfachheit der  
Komposition faszinierten mich.» In Kursen bildete er sich intensiv auf dem neuen Gebiet aus, und bereits  
1964 wurde er am Nordwestschweizerischen Jodlerfest in Brugg ins heikle Amt des Kampfrichters eingesetzt.  
Im selben Jahr wurde er vom Verbandsvorstand zum Kurschef gewählt. Und in der Zwischenzeit leiten die bei
ihm ausgebildeten Dirigenten selber zahlreiche Jodlergruppen.
Seit 1950 ist Paul Duppenthaler unermüdlich, Abend für Abend, fünf bis sechsmal pro Woche und an manchem  
Wochenende sowieso, für die Jodler unterwegs; ja es gab Zeiten, in denen er pro Abend zwei Chöre leitete  
(am frühen Abend den einen und um 21.00 Uhr den andern). Seit 1950 leitete er 11 verschiedene Gruppen,  
darunter die JK Aarau, Gretzenbach, Laufenburg und Rheinfelden.  
Ein grosses Ereignis war selbstverständlich das Eidg. Jodlerfest 1975 in Aarau (im Herbst 1974 hatte  
Paul die Aarauer Jodler mit der eingangs zitierten Bemerkung übernommen). Bereits 1976 war ihm  
vom NWS-Jodlerverband die Ehrenmitgliedschaft verliehen worden.
Wenn Paul Duppenthaler in festlichem Rahmen den Goldenen Violinschlüssel entgegennehmen darf,  
so kommt diese Ehrung einem Mann zugute, der sie verdient. Dieser Goldene Violinschlüssel, vom  
Luzerner Paul Künzi ins Leben gerufen und heute als selbsttragender Verein konzipiert, bezweckt  
«die Liebe zur Folklore, zum volkstümlichen Chorgesang und zur volkstümlichen Instrumentalmusik zu
fördern». Initiant Paul Künzi umschreibt dies wie folgt: «Vor 20 Jahren habe ich festgestellt, dass es für
alles Mögliche Auszeichnungen gibt, für die klingende Folklore aber nichts dergleichen. So habe ich
Idealisten aus diesem Bereich gesucht und ihnen einen "Goldenen Violinschlüssel" überreicht.» Und dass
die diesjährige Wahl auf «unseren» Paul Duppenthaler fiel, ist kein Zufall, ist er doch ein typischer
«Nicht-Neinsager» und hatdank dem schon ungezählten Gruppen aus der Not geholfen, hunderten von
Jodlern die Kompositionen als lebendiges Wesen vorgestellt und ihnen damit die Möglichkeitgegeben,
sie bis in alle Details zu erfassen.
(1917 in Birsfelden; † 13. Juni 1986 )
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