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Goldener Violinschlüssel


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1997

Goldener Violinschlüssel 1997
an Hans Niederdorfer


Für seine grossen Verdienste als Ländlermusikant,
Komponist und Verleger sowie für seinen engagierten,
vorbildlichen Einsatz zur Pflege und Förderung der
klingenden Folklore wurde der Bündner Ländlermusiker
Hans Niederdorfer mit dem Goldenen Violinschlüssel geehrt.

Der Preisträger Hans Niederdorfer wurde 1938 in Chur geboren, besuchte dort Primar- und Sekundarschule
und absolvierte von 1954 bis 1958 eine Lehre als Radioelektriker. Ausser einem kurzen Abstecher
in eine andere Firma ist Hans Niederdorfer seinem «Lehrmeister», der Bernhard Radio Fernseh AG
in Chur, seit 43 Jahren treu geblieben und ist dort heute als umsichtiger Werkstattchef tätig.
In seinem Lehrbetrieb lernte Hans Niederdorfer 1957 übrigens auch seine heutige Ehefrau Selma
kennen, welche dort zur gleichen Zeit als kaufmännische Lehrtochter arbeitete. Der Familie Niederdorfer,
welche mittlerweile seit vielen Jahren in Trimmis wohnhaft ist, wurden zwei Söhne und am 8. September 1997
ein erstes Grosskind geschenkt. Im Alter von 12 Jahren wurde Hans Mitglied bei der Knabenmusik Chur und
liess sich dort die ersten Griffe auf der Klarinette beibringen. Der fleissige Bläser, welcher gerne auch die Musik
der einheimischen Kapellen «Calanda» und «Falknis» hörte, verfeinerte zuhause im stillen Kämmerlein
autodidaktisch sein Können und versuchte bald auch Tänze von Hans Aregger, Edi Baer, Kaspar Muther
oder Jost Ribary nachzuspielen.

Bereits als 14-jähriger Jüngling brachte der begabte Bläser mit anderen Musikanten spontan die erste Freinacht
hinter sich und bis zur Gründung der noch heute aktiven Kapelle Via Mala wirkte Hans Niederdorfer in den
Kapellen «Bündner Rhybuebe» und «Niederdorfer» oder trat mit der Unterhaltungs- und Ländlerkapelle Olympia auf.
Schon damals entsprach die instrumentale Zusammensetzung seiner Ländlerkapellen nicht der gängigen
Bündnerbesetzung mit zwei Klarinetten, zwei Schwyzerörgeli und Bassgeige. Aus der Kombination
von Klarinette/Saxophon mit zwei Akkordeons und Bass zum Teil auch Schlagzeug ergab sich eine musikalische
Synthese zwischen dem Bündner- und Innerschweizerstil, die bis heute das Markenzeichen
von Hans Niederdorfer geblieben ist.

Zusammen mit Jakob Keller, Christian Beusch, Heini Morell und Walter Hefti gründete Hans Niederdorfer 1961
die Kapelle Via Mala. Entgegen dem Namen «Via Mala» - was soviel wie schlechter Weg bedeutet - fand die
Kapelle bald auf die «Via Buona» und wurde in den letzten 36 Jahren zu einem Qualitätsbegriff in der
Schweizer Ländlermusikszene. Nebst unzähligen Auftritten und Engagements in der Schweiz und verschiedenen
Auslandreisen wurden unter anderem über 40 Tonträger bespielt sowie 25 Radio- und 23 Fernsehauftritte bestritten.
Neben Familie, Beruf und den Verpflichtungen mit der Kapelle Via Mala war und ist Hans Niederdorfer
ein unermüdlicher Schaffer: Seit seiner ersten Komposition «Alpenleben» im Jahre 1953 hat er bei der SUISA
rund 600 Titel angemeldet; so zum Beispiel gerngehörte Melodien wie «Am Bergquell», «Enorm in Form»
oder«Blosa nid suga». Für den singenden Malermeister Werner Schmid und andere Interpreten hat er auch
einige volkstümliche Schlager geschrieben. Seit 1955 sind im Verlag Hans Niederdorfer über 150 Notenhefte
entstanden, welche nebst eigenen Kompositionen auch viele alte Tänze sowie beliebte Melodien von den
bekanntesten Schweizer Volksmusikanten beinhalten.1964 gründete er den Verein zur Förderung der Ländlermusik,
organisierte insgesamt 25 Kapellen-Treffen im Hotel «Marsöl» in Chur und leistete damit einen wertvollen Beitrag
zur Förderung junger Musikanten. Weiter stellte Hans Niederdorfer sein grosses Wissen auch in den Dienst des
Verbandes Schweizerischer Volksmusikfreunde (VSV) oder amtete während 20 Jahren als Bündner-Korrespondent
in der Sendung «Volksmusik Journal» auf Schweizer Radio DRS 1.Seit mehreren Jahren ist er nun als Moderator von
volkstümlichen Sendungen auf den Frequenzen der Lokalradios Gonzen-Rheintal bzw. dem neuen Radio Ri zu hören.

Das vielseitige Schaffen von Hans Niederdorfer wurde anlässlich der Verleihungsfeier des «Goldenen Violinschlüssels 1997»
in einer umfassenden Laudatio von Wysel Gyr gebührend gewürdigt. In illustrer Gesellschaft und untermalt von
verschiedenen musikalischen Darbietungen durfte Adolf Stähli -der letztjährige Preisträger - die begehrte Auszeichnung
ans Revers von Hans Niederdorfer heften. Ihm und seinen geladenen Gästen wurde vom «Verein Goldener Violinschlüssel»
anschliessend ein feines Nachtessen serviert, dem ein bunter volkstümlicher Abend folgte. Nebst vielen anderen
musikalischen Darbietungen gaben auch Peter Zinsli, die Kapelle Oberalp oder die Ländlerkapelle Carlo Brunner
dem Geehrten ein Stelldichein.

(13. Mai 1938; † 23. Juli 2016)

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